Wilm Weppelmann

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Wilm Weppelmann (2005)

Wilm Weppelmann (* 17. April 1957 in Lüdinghausen) ist ein deutscher Künstler. Er lebt und arbeitet als Konzeptkünstler, Gartenkünstler, Fotograf und Autor derzeit in Münster.


Inhaltsverzeichnis

Leben

Wilm Weppelmann wuchs in Ottmarsbocholt (Westfalen) auf. 1977 legte er sein Abitur am Pascal-Gymnasium Münster ab. Nach dem Studium der Germanistik an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster, begann Weppelmann seinen beruflichen Werdegang mit einer Stelle als Regie- und Dramaturgie-Assistent am Münsteraner Zimmertheater (dem heutigen Wolfgang Borchert Theater). Später arbeitete er als freier Journalist für verschiedene Kulturredaktionen, anschließend übernahm Weppelmann eine leitende Stellung beim Dortmunder Harenberg-Verlag, bevor er sich Ende der 1990er Jahre ganz der Kunst widmete. Seit 2005 hat er dem Gartenthema einen besonderen Schwerpunkt in seiner künstlerischen Arbeit eingeräumt.

Werk und Wirken

Weppelmann arbeitet interdisziplinär. In seinen künstlerischen Projekten bringt er die unterschiedlichsten Fachdisziplinen zusammen. Konzeptkunst, Aktionskunst, Videokunst, Fotokunst, Gartenkunst und Installation werden häufig in eine Gesamtinszenierung einbezogen und durch ein eigenständig kuratiertes Vortrags- und Kulturprogramm ergänzt. Subversion als künstlerische Strategie unterstreicht oft den kritischen und politischen Anspruch seiner Arbeit.

Der Künstler und die Stadt Münster (chronologisch)

  • 1999: Ausstellung Wilm Weppelmann - Einhundert Porträts und ein Satz in der Gallery Bahnhofstraße. Einhundert Porträts von Münsteranern umgesetzt in einer Woche, verbunden mit ihren individuellen Zukunftserwartungen. Dokumentation: WDR Fernsehen Bericht vom 21. Mai 1999
  • 2003: Ausstellung Wilm Weppelmann – ich verlässt ich – Bilder vom Leben und Sterben in der Akademie Franz-Hitze-Haus. Neunzehn Münsteraner beantworten in einer Fotodokumentation die Frage „hier möchte ich sterben“. Dokumentation: Katalog mit Texten von Thomas Sternberg und Reiner Sörries (Verlag Akademie Franz-Hitze-Haus)
  • 6. Juni bis 19. September 2004: Ausstellung Wilm Weppelmann – Gute Nacht Münster im Stadtmuseum Münster. 70 Fotoarbeiten vom nächtlichen Leben der Stadt, Untertitel im Eingangsbereich der Ausstellung: Die Stadt ist anders, weil sie sich nicht anders wissen will. Vom Straßenmagazin draußen als "Entdeckungsreise im Gewöhnlichen" bezeichnet: In unterschiedlichen, in hartem Schwarz-weiß gestalteten Fotoreihen zeigte Weppelmann eine Collage des Münsteraner Nachtlebens, die am 19. September 2004 mit einer Lesung des Künstlers endete. Dokumentation: Fernsehbericht TV Münster August 2004
  • 2006: Gründung der Freien Gartenakademie mit einem jährlichen Kulturprogramm im Schrebergarten von Wilm Weppelmann
  • November 2007: Aktionskunst Die Stadt fragt zusammen mit dem Institut für Soziologie der WWU. Studenten sammelten Fragen der Bürger an die Stadt und diese Fragen wurden noch am gleichen Tag in einer nächtlichen Klebeaktion mit Großplakaten in der Innenstadt veröffentlicht. Dokumentation: Film Die Stadt fragt von Ameetaa Kelsch / Institut für Soziologie
  • 4. Juli 2009: Guerrilla Gardening: An der Gartenstraße vor dem Gefängnis bepflanzte Wilm Weppelmann zusammen mit dem englischen Gartenbuchautor Richard Reynolds zu nächtlicher Stunde eine Verkehrsinsel. Dokumentation: WDR 3 Fernsehen west.art 7.7.2009
  • 15. März bis 31. April 2011: Ausstellung Wilm Weppelmann - Die Gesichter des Photographen in der Akademie Franz-Hitze-Haus mit etwa 50 Fotoporträts von "Gesichtern mit Geschichte", also von Menschen der Stadt Münster
  • 10. Juli 2011: The First Britnic - the picnic, ein britisches Kulturpicknick im Schlossgarten von Münster
  • 2. Oktober 2011: Esse Deine Stadt - Frisch von der Straße. Kunstaktion zum Erntedank an einem Supermarkt an der Steinfurter Straße. Die Münstersche Zeitung titelte am 24. September :"Weppelmann will die Stadt essen". Dokumentation: RTL Fernsehbericht vom 14.10.2011
  • 21. Dezember 2011: Der erste Winterschlaf von Wilm Weppelmann: "Bed-in" mit Bettgesprächen und Ausstellungseröffung mit Jörg Adler, Tobias Hürter, Andreas Mussenbrock und Franziska Esser. Ausstellung bis zum 31. Dezember mit Fotografien, Videos und Installation von Wilm Weppelmann in der temporären GaLLeRY iNbetween Münster in der Jüdefelderstraße
  • 20. März 2012: Erster Aufruf Völker aller Gärtner vereingt euch. Auftakt am 6.14 Uhr astronomischen Frühlingsanfang um 6:14 Uhr. An der Steinfurter Straße wurde ein wildes Gemüsebeet mit Mitgärtner(innen) reaktiviert und danach in den sozialen Einrichtungen des "Hauses vom Guten Hirten" mit den Bewohnern ein Frühlingsbeet angelegt.
  • 24. August 2012: "Wilm Weppelmann - The Hunger Garden II". Eröffnung des 140 qm großen temporären Künstlergartens in Münster am Schlossgraben / Einsteinstraße. durch Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg mit Magdalena Wolf am Violoncello, erweitert durch eine Lesung von Wilm Weppelmann: Franz Kafka "Ein Hungerkünstler" danach dort bis zum 7.10. zehn verschiedene Veranstaltungen, Lesungen und Vorträge u. a. mit Markus von Hagen, Rainer Schepper und Prof. Dr. Joachim Gardemann
  • 7. Oktober 2012: Finissage "The Hunger Garden II" mit Performance "Wilm Weppelmann - FETT DENKEN" und der Verteilung einer Hungersuppe begleitet durch ein Grußwort von Bürgermeister Holger Wigger
  • Juli 2013 bis 27.Oktober 2013: “aFARM I – eine Installation von Wilm Weppelmann” der schwimmende Gemüsegarten auf dem Münsteraner Aasee – Eröffnung der zugehörigen Veranstaltungsreihe am 5.9. mit 13 verschiedenen Veranstaltungen direkt am Aasee - 27.10.2013 Abschlussperformance „Nicht zu retten – eine geistige Notwasserung von Wilm Weppelmann“ mit Rebecca Stratmann, Volker Bisping und Wilm Weppelmann
  • 4. August 2013 bis 29.8.2013: „Die Abenteuer von Rod Cabbage II“ eine kleine Guerilla Gardening Story vom 23. Mai 2013 in London - Ausstellung in der Münsteraner Kulturkneipe F24 Frauenstr. 24
  • 1. September 2014 bis 30.9.2014: "aFARM 2 - eine Installation und Performance von Wilm Weppelmann" Der Künstler verbrachte 30 Tage nonstop auf seinem schwimmenden Aasee-Gemüsebeet und ernährte sich von den dort gewachsenen Gartenbaufrüchten. Jeder Tag war einem Grundbedürfnis "was ich brauche" gewidmet und drei mal täglich war er als Stadtausrufer aktiv. Das überregionale Medienecho war sehr groß. Mit einer Live-Übertragung der WDR 3 Lokalzeit endete das Kunstprojekt. Dokumentation: Filmwerkstatt Münster, Premiere: 17.4.2015
  • 19. Juni 2015 bis 20.6.2015: Installation und Performance „URBAN RESTRUCTION SITE I“ in Kooperation mit „Flurstücke 015 – Internationales Festival“ in Münster auf dem ehemaligen TÜV-Gelände an der Steinfurter Straße
  • 27. Juli 2016 „Pardon wird nicht gegeben! Eine szenische Lesung“ im Schlossgarten Münster - Regie: Manfred Kerklau – Dramaturgie und Produktion: Wilm Weppelmann

Projekte als Gartenkünstler

Auf allen Ebenen seiner künstlerischen Arbeit nimmt seit 2005 der urbane Garten und das Stadtgrün, als Kunst-, Natur- und Kulturraum, eine vorrangige Stellung ein, dazu gehören: inszenierte Fotografie, Interventionen im öffentlichen Raum, Guerilla Gardening, Dauerperformance, Erd- und Pflanzeninstallationen, schwimmende Gemüsegärten und weitere Gartenkreationen, die sich auch mit historischen Themen beschäftigen. Zentrale Bezugspunkte sind der Kleingarten, die Gemüsekultur und damit verbunden die Selbstversorgungswirtschaft.

Weppelmann gründete 2006 die Freie Gartenakademie. Die internationale Kulturveranstaltungsreihe findet jährlich in seinem Schrebergarten in einer Kleingartenanlage in Münster statt und beschäftigt sich mit dem Thema Garten in allen „existentiellen, ökologischen, philosophischen, sozialen und kulturellen Dimensionen“.

Im Sommer 2013 verwirklichte Wilm Weppelmann einen 24 qm großen, schwimmenden Gemüsegarten als temporäre künstlerische Installation auf dem Aasee. Er nannte sein Selbstversorgungsprojekt aFARM, um einen Bezug zur globalen Landwirtschaft herzustellen. 2014 erweiterte er das Experiment durch ein Mikrohaus. Vom 1. September bis 30. September 2014 verbrachte er Tag und Nacht in einer Dauerperformance auf der Garteninsel und ernährte sich von den dort gewachsenen Gartenbaufrüchten. Zu seinem streng reglementierten Tagesablauf gehörte nicht nur die gärtnerische Arbeit, sondern auch die Aufgabe eines Stadtausrufers, der das Thema der Installation „was ich brauche“ und damit die menschlichen Grundbedürfnisse lautstark ansprach.

Mit weiteren Langzeitprojekten ist Weppelmann auch international aktiv: The Adventures of Rob Cabbage (Konzeptkunst), Urban Restruction Site (Installationen zur Neuvermessung der Stadt), Der Winterschlaf von Wilm Weppelmann (Konzeptkunst zum Rhythmus des Lebens), Gardenstreet (Interventionen im öffentlichen Straßenraum in ganz Europa) und The Hunger Garden (Garteninstallation zum Hunger in der Gegenwart und Vergangenheit).

Publikationen (Auswahl)

  • Aus dem Wörterbuch der Sterblichkeiten.(Prosaische Ausschnitte; 1), Münster : Selbstverlag 1996
  • Jahre Welt-Ich : eine Chronotopie, Münster : Ed. Teem 2002
  • Wilm Weppelmann, ich verlässt ich : Bilder vom Leben und Sterben, hrsg. von Thomas Sternberg, [Ausstellungskatalog], Münster : Franz-Hitze-Haus 2003, ISBN 3-930322-45-5
  • Die Kunst in sich zu wohnen, Kassel : Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal 2004, ISBN 3-924447-27-6
  • Sterben kommt : Szene_wilm weppelmann, Kassel : Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal 2004, ISBN 3-924447-25-X

Weblinks


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