Joseph Plassmann

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Joseph Plassmann (* 24. Juni 1859 in Arnsberg - † 23. August 1940 in Münster) war ein Astronom, Gymnasiallehrer und Universitätsprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Joseph Plassmann wurde am 24. Juni 1859 in Arnsberg geboren. Sein Vater war der Jurist, damalige Staatsanwalt und Abgeordnete des Preußischen Abgeordnetenhauses Ernst Plassmann (1820 - 1876), seine Mutter Ottilie Plassmann, geborene Sommer, (1829 - 1900) war die Tochter des Juristen, Publizisten und Politikers Johann Friedrich Joseph Sommer (1793 - 1856). Sein jüngerer Bruder Otto Plassmann (1861 - 1932) war Jurist und erster Oberbürgermeister von Paderborn.

Joseph Plassmann war Schüler des Collegium Augustinianum in Gaesdonck, dann des Gymnasium Paulinum in Münster, das er im Herbst 1875 mit der Reifeprüfung verließ. In Münster studierte er zunächst Mathematik und Naturwissenschaften, schob ein Semester Rechtswissenschaften in Würzburg ein und beendete seine Studien mit vier Semestern (1878 - 1880) Astronomie in Bonn. Seine Hochschullehrer in Astronomie waren Eduard Heis in Münster und Eduard Schönfeld in Bonn. Im Herbst 1881 bestand Joseph Plassmann die Staatsprüfung für das höhere Lehramt und arbeitete danach als Gymnasiallehrer in Münster, Recklinghausen, Warendorf und wieder in Münster. Nebenbei suchte und fand er Anschluss an die Universität, der damaligen "Akademie". Dort war seit dem Tod seines Lehrers Eduard Heis (1877) der Lehrstuhl für Astronomie nicht mehr besetzt. Am 1. Oktober 1899 wurde Plassmann "Lektor der Astronomie" an der Akademie. Ein längerer Urlaub, der ihm als Lehrer von der Schulbehörde gewährt wurde, erlaubte ihm, sich am 17. Juni 1904 in Bonn zum Doktor der Philosophie zu promovieren. Das Thema seiner Dissertation war "Untersuchungen über den Lichtwechsel des Granatsterns µ Cephei". 1913 wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor für für Astronomie an der nunmehrigen Westfälischen Wilhelms-Universität ernannt. Bis dahin hatte er die doppelte Tätigkeit als Gymnasiallehrer - erleichtert durch eine Verminderung der Stundenzahl - und als Universitätsdozent getragen. Von 1921 bis 1930 leitete er zugleich die Universitätssternwarte in der Johannisstraße.

Seine naturwissenschaftliche Arbeit mit seiner tief katholischen Haltung zu verbinden, stellte für Joseph Plassmann offensichtlich kein Problem dar. So engagierte er sich im "Katholischen Bücher- und Lesehallenverein Münster i. W.", als dessen Vorsitzender er sich 1908 an den Magistrat der Stadt mit der Bitte wandte, das Krameramtshaus für die Zwecke des Lesehallenvereins zur Verfügung zu stellen.

Joseph Plassmann war verheiratet mit Maria, geborene Mittelviefhaus, mit der er acht Kinder hatte. Von ihnen wurden der Bankier Clemens Plassmann (1894 - 1970) und der Germanist und Funktionär der nationalsozialistischen "Ahnenerbe"-Forschung Joseph Otto Plassmann (1895 - 1864) über Münster hinaus bekannt. Er wohnte mit einer großen Familie im Haus Nordstraße 47 und starb am 23. August 1940 in Münster.

Astronomische Arbeiten

Seine Beobachtungen an veränderlichen Sternen, die er in zahlreichen Fachaufsätzen publizierte, sind um so bemerkenswerter als ihm in der Universitätssternwarte kein großes astronomisches Instrumentarium zur Verfügung stand. Plassmanns wissenschaftliche Stärke lag vor allem in der Popularisierung und Verbreitung astronomischer Erkenntnisse, die in der populären "Himmelskunde" (1898, 2. und 3. Auflage 1903) ihren Niederschlag fanden. Daneben war er von 1906 bis 1936 Herausgeber der Zeitschrift "Die Himmelswelt. Mitteilungen von Freunden der Astronomie und kosmischen Physik" und von 1909 bis 1921 des Jahrbuchs der Naturwissenschaften bzw. des Jahrbuchs der angewandten Naturwissenschaften (ab 1914) im Freiburger Herder-Verlag sowie 1922 des Hevelius : Handbuch für Freunde der Astronomie und kosmischen Physik.

Werke

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